Der Jahrgang 1961
Wer sind wir?
Was als Gruppe von Studenten der Industrievermessung und Mitgliedern von La Tuna begann, entwickelte sich zu einem Netzwerk von Freundschaften, das Generationen und Grenzen überdauert. Der Jahrgang 1961 der Technischen Schule für Industrievermessung Vilanova i la Geltrú ist nicht nur eine Erinnerung an die Jugend, sondern ein lebendiges Vermächtnis, das fortwirkt und den Wert von Freundschaft und Kameradschaft, entstanden aus einer einzigartigen und unwiederholbaren Erfahrung, immer wieder aufs Neue bekräftigt.
Um den starken Zusammenhalt der Mitglieder des Jahrgangs 1961 zu verstehen, ist es notwendig, sich in den Kontext der damaligen Zeit (1956–1962) zu versetzen. Heute erscheint es undenkbar, dass Studenten ein ganzes Semester verbringen, ohne nach Hause zurückzukehren. Damals waren private Pkw jedoch noch eine Seltenheit: Der SEAT 1400 kam erst 1953 auf den Markt, der beliebte 600er sogar erst 1957. Auch Fernsehen war ein Luxus; die erste Sendung in Spanien gab es erst 1956. Diese Umstände, zusammen mit fünf jeweils neunmonatigen Studienaufenthalten fernab der Heimat, erwiesen sich als ideale Voraussetzungen für die Entstehung tiefer Freundschaften.
Diesen Studenten gelang es, eine Vereinbarung mit einem Hotel zu treffen und es in ein exklusives Studentenwohnheim umzuwandeln. So entstand La Goya, ein Ort, der während des Studienjahres ihr Zuhause und Schauplatz des Studentenlebens wurde, von dem einiges in der Publikation La Estudiantina dokumentiert ist.
Ein Ereignis, das den Jahrgang prägte und seinen innovativen und feierfreudigen Geist unter Beweis stellte, war der Pas de l’Ecuador, der 1959, zur Hälfte des Studiums, stattfand. Wie es der Zufall wollte, beschlossen die Studenten, Geschichte zu schreiben: Sie bauten und starteten eine Rakete namens Xarneguito direkt von der Plaça de la Vila in Vilanova i la Geltrú. Die genaue Flugbahn des Geschosses ist nicht bekannt, doch die Erinnerung daran ist unter den Absolventen bis heute lebendig.
Die Reise der Tuna nach Österreich im Jahr 1960, ein unvergessliches Erlebnis, das zu einem festen Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der Promotion wurde.
Der Geist dieser Reise beschränkte sich nicht nur auf Erinnerungen; das Erlebnis selbst prägte das kollektive Gedächtnis der Promotion so sehr, dass das 10. Treffen 1972 in Mariazell stattfand, zeitgleich mit dem Palmsonntag, an dem Palmenzweige und Palmonen überreicht wurden. So entstand eine Tradition, die bis heute fortbesteht.
Einige Mitglieder engagierten sich darüber hinaus aktiv im kulturellen Austausch zwischen Katalonien und Österreich, der auch die Aufmerksamkeit der internationalen Presse auf sich zog. Zu den herausragendsten Aktionen zählen, wie bereits erwähnt, die Übergabe von Palmenzweigen nach Mariazell in der Steiermark und die Pflanzung einer Eiche im Wiener Stadtpark.
Aufgrund der Komplexität des ursprünglichen katalanischen Namens für die Österreicher (Abschlussjahrgang 1961 der Escola Tècnica de Pèrits Industrials de Vilanova i la Geltrú) wurde die Gruppe schließlich als „Freunde Österreich“ bekannt.
Fünf Jahre akademischer Zusammenarbeit konnten nicht einfach mit einem Abschied und einem Händedruck am Ende der Studienreise enden. Besonders für diejenigen, die fern der Heimat studiert hatten, entwickelte sich diese Verbindung zu einer tiefen Verbundenheit. Aus diesem Grund beschlossen viele der Jahrgangsmitglieder, jährlich in der Woche nach dem Dreikönigstag Treffen abzuhalten. So finden diese Treffen seit 1963 ununterbrochen statt, und mittlerweile nehmen auch die Ehefrauen der Mitglieder daran teil, was einen wichtigen Teil des Zusammenhalts ausmacht.